Eva-Maria Bauch, credit Raimar von Wienskowski 3

„Ich bin süchtig nach Laufen“: Im Interview mit Eva-Maria Bauch

Seit ihrer Kindheit spielt Sport im Leben der Digitalexpertin Eva-Maria Bauch eine zentrale Rolle. Das Lauffieber hat sie allerdings erst spät gepackt, seither aber richtig. Warum Eva nicht mehr vom Laufen loskommt, welche Freizeitaktivitäten sie sonst noch verfolgt und um was es bei ihr im neuen Job geht, hat sie mir im Interview verraten.

Moin Eva, du hast den Großteil deines Berufslebens in leitenden Positionen in Medienunternehmen verbracht und deren Digitalisierung vorangetrieben. Vor ein paar Monaten bist du den Schritt in die Selbständigkeit gegangen: Was genau machst du gerade?

Eva-Maria Bauch: Ich habe mich letztes Jahr als Beraterin und Interim Manager selbstständig gemacht, mich reizt der Perspektivenwechsel. Nach dem ersten Corona-Schreck war der Schritt und der Start aus dem Homeoffice heraus eine verrückte und bisweilen herausfordernde Zeit. Aber im Rückblick möchte ich diese Zeit nicht mehr missen.

Da ich mittlerweile seit über 20 Jahren in der Digital- und Medienindustrie aktiv bin, liegen meine Schwerpunkte u.a. in den Bereichen Media, Entertainment, Publishing, Internet & IT sowie Consumer Goods & Services. Mein Fokus liegt auf der Begleitung des operativen Tuns und dem Transfer von Digitalisierungs- und Transformationsstrategien in die Unternehmen.

Du bist Informatikerin und stammst aus einer Naturwissenschaftlerfamilie. Treiben dich im Leben vor allem rationale Dinge an?

Bauch: Ja, meine Eltern waren beide Naturwissenschaftler. Mein Vater war passionierter physikalischer und astronomischer Geodät, also Vermessungsingenieur, und zudem überzeugter Leistungssportler. Meine Schwester, promovierte Luftfahrt-Ingenieurin, und ich sind mit viel Sport und Priorität auf einer MINT-Ausbildung aufgewachsen und das hat unsere Leben geprägt.

Mich treiben zwei Herzen in meiner Brust an: meine rationale Seite und meine genauso stark ausgeprägte emotional-kreative Seite – das macht mich aus. Bei so mancher gut durchdachten Entscheidung hat dann letztendlich das Bauch-Gefühl gewonnen und meinen Lebensweg privat wie beruflich beeinflusst.

Ich weiß du machst gerne Sport. Warum ist sportliche Betätigung wichtig für dich?

Viel Bewegung war schon immer sehr wichtig für mich – mein Motor, um mich gut zu fühlen. Mit Sport habe ich angetrieben durch meinen Vater schon als kleines Kind begonnen, sobald ich alleine auf meinen Beinen stehen konnte: Skifahren, Bergsteigen, Radfahren, Leichtathletik, Schwimmen und ich habe beispielsweise schon als Kind einen blauen Gürtel im Judo gehabt.

Mich macht Bewegung glücklich. Sport hilft mir, meinen Akku aufzuladen und den Kopf frei zu bekommen. Darüber hinaus brauche ich das als Ausgleich zum Job, um Stress abzubauen, um gut schlafen zu können und belastbar zu sein. Wenn es möglich ist am liebsten draußen in der Natur.

Eva-Maria Bauch_Jopggen

Welchen Sportarten gehst du nach? Wie steht es mit Laufen?

Bauch: Im Grunde bin ich offen für viele Sportarten und flexibel. Geboren in Bayern bin ich stark auf Outdoor und die Berge ausgerichtet aufgewachsen. Mich zieht es heute noch zum Wandern in die Berge oder von Hamburg aus alternativ an die Nord- und Ostsee. Ich mache auch gerne Touren auf dem Trekkingrad. Seit einigen Jahren ist für mich allerdings das Laufen die wichtigste und regelmäßigste Sportart.

Vor Corona war ich darüber hinaus noch gerne im Fitnessstudio und bin 1-2 mal die Woche eine Stunde geschwommen. Und ich habe zu Hause schon länger ein Spinning Bike stehen, das ich mit YouTube-Videos für eine kurze Ausdauer-Einheit nutze, wenn das Wetter nicht mitspielt oder wenn es zeitlich morgens schnell gehen muss. Ich starte jeden Morgen nach dem Aufstehen mit etwas Pilates oder Gymnastik für die Muskeln, um beweglich zu sein. Darauf lege ich großen Wert – auch wenn es manchmal nur kurz ist.

Die Begeisterung für das Laufen hat bei dir nicht auf Anhieb gezündet. Warum nicht? Wie hat dich der Sport letztendlich gepackt? Wie oft gehst du jede Woche auf die Piste und viele km läufst du in der Regel? 

Bauch: Die Leidenschaft für das Laufen kam bei mir erst spät vor vier Jahren. Ich habe es bis dahin oft versucht, konnte ich mich aber nicht dafür begeistern, draußen zu laufen. Drinnen auf dem Laufband im Fitness-Studio habe ich das einige Jahre immer wieder regelmäßig gemacht, aber nie gerne und lange. Vor vier Jahren wollte ich dann unbedingt noch mehr für meine Ausdauer tun. Ich habe mir dafür das erste Mal so richtige Outdoor-Kleidung zugelegt und rund um die Alster trainiert. Am Anfang war das Laufen für mich schwer und zäh, aber ich habe durchgehalten und nach ungefähr drei Monaten kam der Durchbruch, dann hat es mich gepackt. Mittlerweile bin ich süchtig danach.

Am liebsten trainiere ich morgens vor dem Frühstück. Da habe ich die beste Kondition. Während der Woche, je nachdem wie es zeitlich passt, zwischen 5-8 km und am Wochenende, wenn ich mehr Zeit habe, gerne auch mal länger bis zu 12 km. So komme ich zurzeit meistens auf um die 25 bis maximal 40 km die Woche – durch Corona aus dem Homeoffice schaffe ich deutlich mehr regelmäßige Bewegung. Ansonsten kann ich mich oft werktags sehr früh morgens an langen Arbeitstagen nicht dazu aufraffen. Dann ballt sich mein Laufpensum am Wochenende. Im Urlaub laufe ich täglich.

Wo drehst du am liebsten deine Runden?

Ich laufe gerne an der Alster oder am Eilbekkanal entlang Richtung Tonndorf. Alternativ ist es von mir aus auch ein schöne Route, im Hafen bis zum Elbpark Entenwerder zu laufen und dort eine Runde zu drehen.

Am Anfang war das Laufen für mich schwer und zäh, aber ich habe durchgehalten und nach ungefähr drei Monaten kam der Durchbruch, dann hat es mich gepackt. Mittlerweile bin ich süchtig danach.

Welche sportlichen Ziele hast du dir für 2021 gesetzt?

Bauch: Ich habe keine speziellen Ziele wie Zeiten oder Wettkämpfe. Sport tut mir immer gut und ist für mich einfach ein wichtiger Ausgleich. Mein Ziel für 2021 ist es, mir genug Zeiträume dafür einzuplanen, die gut über die Woche verteilt liegen. Ich neige dazu, Sport zu sehr auf die Wochenenden zu verlagern und dann an diesen viel zu viel zu machen.

Ich habe eine gute Kondition und bin ehrgeizig. Das ist auch der Grund, warum ich manchmal beim Sport übers Ziel hinausschieße und meine Muskeln und Knochen leider zu stark strapaziere. Das war bei mir irgendwie schon immer so. Mein Ziel ist es, das noch besser in Einklang zu bringen und mein Fitnesslevel ganzheitlich weiter zu steigern.

Was unternimmst du abgesehen von Sport, wenn du dir etwas gönnen möchtest? 

Bauch: Vor einigen Jahren habe ich das Fasten für mich entdeckt. Seitdem mache ich das zweimal im Jahr. Das Fasten erdet mich und tut mir für Körper und Geist richtig gut. Und ich achte darauf, dass ich gesund esse – gerade weil ich gerne esse und genieße. Ich mag es sehr, mit Freunden abends essen zu gehen und gemeinsam ein Glas guten und kräftigen Rotwein zu trinken. Und wenn ich genug Muße habe, lese ich sehr gerne.

Welches sind deine drei Hamburger Lieblingsrestaurants und warum?

Bauch: Keine einfache Frage für mich, da es in Hamburg viele gute und unterschiedliche Restaurants gibt. Aber wenn ich drei auswählen soll dann diese:

  • das „Neni“ – ich liebe die israelische Küche. Das Neni in der Hafencity ist gemütlich, gesellig und unglaublich lecker.
  • das „Ban Canteen“ – in St. Pauli am Neuen Pferdemarkt ist ein tolles vietnamesisches Restaurant. Dort ist eine coole Atmosphäre und das Essen ist besonders. Vielleicht sitzt man etwas beengt und es ist laut, aber man sitzt dort nie lange und gerade diese Eindrücke machen es so erlebenswert.
  • das „Ono“ – in Eppendorf. Hier kann man einfach gutes Sushi in einer Top-Qualität essen.

Wie steht es mit passenden Weinen zum Essen: Was kannst du empfehlen? 

Bauch: Ich bin wie erwähnt ein Rotwein-Fan, mag es kräftig und würzig. Mein aktueller Lieblingswein ist der Marqués de Cáceres, ein sehr trockener Rioja. Alternativ kann es auch mal ein Ursprung von Schneider oder der Twins Blend von Montes sein.

Danke dir für das interessante Gespräch!

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