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Michael Trautmann: So hält sich der Hyrox-Mitgründer in Form

Michael Trautmann ist nicht nur leidenschaftlicher Hobbysportler, sondern er hat Sport mit dem Fitness-Wettbewerb Hyrox auch zum Beruf gemacht. Im Interview hat mir Michael verraten, wie er sich derzeit in Form hält, wie viel Potential aus seiner Sicht künftig in Online-Live-Coachings steckt und wie sich die Hyrox-Fans auch in Zeiten von COVID-19 zielgenau vorbereiten können. 

Moin Michael, in normalen Zeiten machst du viel Sport. Du trainierst im Gym, arbeitest regelmäßig mit einem Personal Trainer zusammen, spielst Beachhockey oder fährst Fahrrad. Wie hälst du dich in der aktuellen COVID-19 Situation fit?

Trautmann: Ich mache außer Hockey und der normalerweise jetzt beginnenden Wassersportarten (Windsurfen etc.) eigentlich alles, was ich sonst auch mache.

Trainierst du derzeit mehr oder weniger als sonst? Nutzt du auch Online-Live-Coachings? Wenn ja, welche?

Trautmann: Da ich ja aktuell keine Zeit mit Reisen und Commuten verbringe, habe ich tatsächlich mehr Zeit für Bewegung als sonst. Ich gehe im Schnitt deutlich über 20.000 Schritte pro Tag, ich spiele einmal pro Woche 18 Löcher Golf in einer Indooranlage, ich mache ab und an Yoga und arbeite mit meinem Personal Trainer im Park. Außerdem bin ich stolzer Besitzer eines Peloton Bikes und habe damit das aktuell wahrscheinlich am stärksten wachsende Online-Live-Coaching der Welt an meiner Seite.

Schweißtreibende Angelegenheit: Nach dem Peloton-Training © Michael Trautmann
Schweißtreibende Angelegenheit: Nach dem virtuellen Hyrox-Teamworkout © Michael Trautmann

Mich selbst überrascht, wie gut Online-Trainings funktionieren. In den letzten Wochen habe ich bis auf wenige Ausnahmen alle Workouts mitgemacht, die die Crossfit-Box, in der ich in Hamburg trainiere, auf YouTube oder per Zoom anbietet. Erleben wir gerade den ultimativen Durchbruch von Home Fitness per Online-Coaching? Inwiefern kann Training übers Web den Sport in der realen Welt kompensieren?

Trautmann: Die große Chance, die im Thema Online-Training liegt, ist mir klar seit ich erstmalig auf einem Peloton Bike saß. Die Corona-Krise ist der Turbo für solche Angebote und ja wir erleben den Durchbruch. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass es den Sport in der realen Welt nicht kompensieren kann, es ist aber eine hochinteressante Ergänzung.

Die ersten Lockerungen des Lebens werden bereits umgesetzt. Gyms, Crossfit-Boxen etc. müssen sich noch etwas gedulden. Wie wird deiner Meinung nach das Training dort künftig aussehen? Wie schnell planst du in die Trainingsnormalität zurückzukehren?

Trautmann: Ich denke, dass wir eine Phase erleben werden in der wir auf Abstände und besondere Hygienemaßnahmen achten müssen. Nahezu alle Geschäftsmodelle müssen überarbeitet werden, um diese Phase zu überstehen und um in Zukunft auf ähnliche Themen besser vorbereitet zu sein. Ich kann mir für mich vorstellen, es noch länger so zu machen wie es aktuell läuft. Mir fehlen aber die Menschen beim Sport schon sehr.

Zusammen mit Partnern veranstaltest du das Fitness-Event Hyrox. Hinsichtlich der Vorbereitung für Hyrox kann man auch daheim kreativ sein. Vor meiner letzten Teilnahme im Team-Wettbewerb bin ich zur Vorbereitung 8 mal je 1 km um den Block gerannt, als Ersatz für den Sandsack auf den Schultern für Lunges musste meine 7 jährige Tochter als Gewicht fungieren. Beim Schlitten ziehen und drücken sowie beim Ski-Ergometer hört meine Fantasie dann aber auf. Wie können sich sich eure Fans in den kommenden Wochen und Monaten bestmöglich vorbereiten bis das Event wieder anläuft? Hast du paar Tipps parat?

Trautmann: Wir machen gerade mit über 4.000 Mitgliedern der Hyrox Family eine Home Series. Über einen Zeitraum von 5 Wochen gibt es jeden Sonntag ein neues Workout. Die Teilnehmer haben dann eine Woche Zeit, das Workout durchzuführen und wir haben Rankings. Ich glaube, dass die Teilnahme bei der Vorbereitung hilft. Da bei uns ja auch viel gelaufen wird, ist es sicher schlau, auch das Laufen im Trainingsplan zu berücksichtigen.

Sport lebt davon, dass man auf Ziele hinarbeitet. Beim Laufen wäre das beispielsweise ein Marathon. Aktuell sehe ich Leute, deren Rennen gestrichen wurden, die zuhause einen Marathon um den Küchentisch laufen. Welche Ziele hattest du bis Corona? Hast du auch anderweitig Ersatz gefunden? Hockey mit deinen Söhnen im Wohnzimmer?

Trautmann: Ich hatte die zweite Hyrox-WM in Berlin, die wir für den 4. April geplant hatten, als ein Ziel vor Augen. Die Verschiebung auf Oktober ist für mich aber kein Problem. Außerdem wollte ich mich mit meinem Beachhockey-Team „Hammabeach“ im Juli in Timmendorf bei den Deutschen Meisterschaften treffen. Wir wollen den vierten Stern auf der Brust. Zumindest das Datum sehe ich kritisch. Ich fokussiere mich im Moment auf andere Faktoren z.B. besser zu essen und regelmäßiger zu schlafen.

Welche sportlichen Ziele visierst du für 2020 noch an?

Trautmann: Ich habe hier komplett losgelassen und fahre auf Sicht.

Welche Sportart vermisst du im Fernsehen am meisten?

Trautmann: Ich liebe die Playoffs in der NBA und natürlich auch Fußball. Ich liebe außerdem Crossfit-Events. Wir werden das „Grand Final“ unserer Hyrox Home Series mit den jeweils 3 besten Männern und Frauen live streamen. Das wird mein Highlight im Mai.

"Side Planking" im Trautmann'schen Fitnessraum © Michael Trautmann
„Side Planking“ im Trautmann’schen Fitnessraum © Michael Trautmann

In diesen drei Hamburger Restaurants willst du in Zukunft gerne nochmal Essen gehen:

  • The Greek: Ein völlig unterschätztes und großartiges Restaurant an der Elbe mit einem genialen Wirt, frische mediterrane Küche, tolle Weine, ein sensationelles Team.
  • Bullerei: Hier vermisse neben der super Küche die laute und tolle Atmosphäre und die Geheimkonzerte.
  • Die Bank: Super Essen, zudem mag ich das Gefühl in einem Restaurant zu sitzen, das auch in London oder New York sein könnte.
  • One more thing: Das Hygge in Flottbek, gemütlich, klasse mit Freunden und/oder Familie.

Danke dir für das interessante Gespräch!

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